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LR:Kaffeemühle rast durchs Dorf zur Kirche

Lausitzer RundschauGroßthiemig Bei herrlichem Sonnenschein waren wieder zahlreiche Piloten zum 5. Großthiemiger Seifenkistenrennen gekommen.

Insgesamt starteten 54 der gemeldeten 58 Teilnehmer. Wie schon im letzten Jahr hatte sich die Hauptstraße durch den Ort wieder in eine Rennpiste verwandelt. Auf 248 Metern ging es vom Kindergarten über zwei Links- und eine Rechtskurve auf einem Teilstück der Landstraße 59 bis ins Ziel an der Kirche. Dabei erreichten die Seifenkisten Durchschnittsgeschwindigkeiten von rund 30 bis 35 km/h.


In den Klassen 1 bis 6 ging es um Zeit, während der Sieger in der Klasse 7, der sogenannten Gaudiklasse, gewählt wurde. „In der Gaudiklasse haben wir den Sieger anhand von Stimmzetteln ermittelt, die die Zuschauer ausgefüllt haben“, so Dorfklubchef Bernd Trobisch.

Wie schon im letzten Jahr so versetzte Armin Claus aus Limbach-Oberfrohna wieder die Gäste mit seiner Seifenkiste ins Staunen. „Voriges Jahr war ich mit der Weihnachtsmannkutsche angetreten. Heute habe ich das Märchen ,Frau Holle' bildlich umgesetzt“, so der 65-Jährige. 300 Euro habe er dafür investiert. „Da ich jedes Jahr das Untergestell für meine Kiste nutze, halten sich die Kosten aber in Grenzen“, verriet der Limbach-Oberfrohnauer, während er sich für seinen Lauf vorbereitete und als Frau Holle verkleidete.

Mit Kinderwagen auf der Piste

Auch Maria Vettermann war nicht zum ersten Mal mit ihrer Seifenkiste in Großthiemig dabei. „Vielleicht können sich einige noch an den Froschkönig aus dem letzten Jahr erinnern. Das war ich“, so die Neunjährige, die in diesem Jahr einen Kinderwagen die Rennpiste hinab steuerte. „Die Idee für den diesjährigen Bau stammt von ihrer Oma. Sie hat auch einige Teile von ihren Orginalkinderwagen beigesteuert“, verriet Marias Vater Udo Vettermann.

Ideen fürs Gaudirennen

Zum ersten Mal war Lothar Otto mit seiner Gaudikutsche dabei. „Solche Ideen wie die Kaffeemühle kommen einem, wenn man nachts nicht schlafen kann“, sagte der 74-Jährige aus Chemnitz schmunzelnd. Auch er startete in der Gaudiklasse.

Früher ist Hans-Joachim Wittkowski Motorrad gefahren, heute Seifenkisten. „Durch einen Wirbelsäulenschaden kann ich den Motorsport nicht mehr ausführen. Mein Freund hat mich dann zu den Seifenkisten gebracht“, sagte der Großräschener. Mit seiner giftgrünen Seifenkiste ist er jedenfalls optisch dem Motorradsport treu geblieben. Seine Maschine baute er in Anlehnung an eine Motorradbeiwagenmaschine. „Die Veranstaltung heute hier ist richtig toll“, lobte der 51-Jährige die Macher des Seifenkistenrennens in Großthiemig, während er die Luft an seinem Gefährt kontrollierte.

Für eine Überraschung sorgte der plötzliche Auftritt von rbb-Wettermann Atila Weidemann. Für das Samstagswetter von „Brandenburg aktuell“ hatte sich der Wetterfrosch von Potsdam ins schradenländische Großthiemig aufgemacht. Doch er führte nicht nur Interviews, sondern setzte sich auch in solch eine Kiste und fuhr die Strecke ab.

Veranstalter zufrieden

Am Ende zeigten sich die Veranstalter, der Jugendclub und der Dorfclub, mit dem 5. Großthiemiger Seifenkistenrennen sehr zufrieden.

 

 

sam1

Lausitzer Rundschau

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