Da bin ich wieder:
Es ist ein Tag, wie für uns gemacht. Der Lauf „Rund um die Schafbergschanze" steht auf dem Programm. Wir waren schon im vergangenen Jahr bei den 5,3 km dabei. Der Veranstalter hat unsere Bitte vom vergangenen Jahr erhöhrt und die 11,2 km ins Programm genommen. Dafür haben wir uns auch angemeldet.
Die angekündigten 31 Grad bei strahlendem Sonnenschein sind ausgeblieben. Der Himmel fast bedeckt, die Temperatur etwas über 20 Grad. Was wollen wir also mehr.
Der Einweiser für die Fahrzeuge bekommt Schwierigkeiten, es scheint ein neuer Teilnehmerrekord für diesen kleinen Ort zu werden. Ich bin aber rechtzeitig angekommen und gehe somit der Parkplatzsuche aus dem Weg. Karl-Heinz kommt mir entgegen, Jürgen hat sein Kommen auch zugesagt und mal sehen, wer noch alles eintrudelt.
An der Anmeldung gibt es eine kleine Wartepause und als dann die „Offiziellen" eintreffen geht alles sehr schnell. Startnummer und Chip empfangen, 1 Euro !!!! dafür löhnen. Hier steht wirklich der Lauf im Vordergrund. Inzwischen ist Jürgen eingetroffen, Frank zu uns gestoßen und Heinz von Schwielochsee ist auch zu sehen. Aber auch Großthiemig hat neben den Läufern Nordic Walker aufgeboten, besser Walkerinnen. Gegenüber dem Vorjahr ist hier also eine Steigerung von 83% insgesamt zu verzeichnen - Hut ab dafür.
Punkt 10:00 Uhr starten die Läufer aller Strecken (außer die 2 km), es gibt einen neuen Teilnehmerrekord. Der Startschuss klappt auch. 5 Minuten später sind wir dann an der Reihe mit den Läufern der 2 km-Strecke. Dieses Mal klappt der Schuss nicht ganz - erst beim zweiten Mal abrücken. Für uns wird die Strecke zum Teil neu sein, sind wir doch im vergangenen Jahr nur die 5,3 km gelaufen. Trotzdem ist es ein Lauf durch zwei Länder. Na ja, ich will nicht übertreiben - es sind nur zwei Bundesländer, Brandenburg und Sachsen.
Den Anstieg gleich nach dem Start kennen wir noch. Auch die lange freie Strecke mit den Kirschbäumen bis zur Landesgrenze auch. Die Kirschen sind reif und schmecken gut - soviel Zeit ist auch beim Walken. Dann biegt aber die 5 km-Strecke ab und wir nicht. Was jetzt kommt hat die Bezeichnung „anspruchsvolles Streckenprofil", wie in der Ausschreibung, verdient. Es gibt hier kurze und auch ein wenig längere steile Anstiege und auch ebensolche steile Bergab-Abschnitte. Es ist also alles drin. 3 Versorgungspunkte zwischendurch lassen uns immer wieder den Flüssigkeitspegel, genau im richtigen Moment, nach oben regulieren. Es ist eine Strecke, die viel von den Läufern und Walkern verlangt, aber viel zu wenig bekannt ist. Wir erreichen wieder den Punkt, an dem die 5 km-Läufer abbiegen mussten und sind wieder auf der Strecke, die wir schon gelaufen waren, also noch fast 2 km bis zum Ziel. Das Stadion ist in Sichtweite. Wir müssen noch einmal um das Stadion herum. Der letzte Streckenabschnitt ist sehr eng, lässt kein Überholen mehr zu. Und so laufen wir dann auch ins Stadion ein. Der Stadionsprecher begrüßt uns, wir sind über den Zielstrich. Ein anspruchsvoller, aber schöner, Lauf ist vorbei.
Die Gratulation untereinander im Ziel ist schon Tradition und auch Achtung vor der Leistung des anderen. Mit unserer Laufzeit können wir zufrieden sein, wir waren wirklich gut.
Ein paar Schlucke an der „Stadiontheke" und etwas Banane dazu runden den Lauf ab - fast.
Wie im vergangenen Jahr genehmigen wir uns in der Reihenfolge des Einlaufes ein Foto auf dem Siegertreppchen. Es ist ja nicht geschummelt. Danach holen wir uns unsere Urkunden ab und gehen unter die Dusche - auch fast.
Plötzlich kommt Frank mit der Mitteilung: Auch für die Walker gibt es eine Siegerehrung - das ist neu. Also schnell noch einmal die alten Laufsachen anziehen und dann raus. Wir stehen auf dem Treppchen, der Bürgermeister gratuliert, auch der Organisationsverantwortliche. Wir nehmen Urkunden und ein kleines Präsent entgegen.
Wenn der Bürgermeister bei der Ehrung den Wunsch äußert, dass wir im kommenden Jahr wiederkommen sollen, dann sagen wir - Wir kommen.
Hier in Großthiemig, dem kleinen Ort ganz im Süden von Brandenburg, weiß man, dass Nordic Walking keine Bewegungsform für stockschwingende, ameisenpickende Hausfrauen und Rentner ist, sondern dass es ein Sport ist.
Dafür und für die ganze Organisation und Durchführung des Laufes allen Verantwortlichen und Helfern und den Einwohnern des Ortes unser herzlichster Dank.
Viele Grüße
Wolfgang Peiler
(walkinger)
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